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 Mit der Fertigstellung des Kellers wird für den interessierten Betrachter oftmals erst sichtbar, dass hier ein Haus entsteht. Bisher geschah fast alles im Verborgenen, der Keller hat sich sichtbar aus dem Erdreich empor bewegt. Die Kelleroberkante liegt jetzt bereits über dem Geländeniveau. Nun ist es an der Zeit, mit dem Mauerwerk für das Erdgeschoss zu beginnen.

Bauphysikalische Einflussgrößen beachten

Die Wärmeschutzverordnung (WSchVO) von 1995 ist nach wie vor gültig. Sie schreibt für Neubauten vor, dass je nach Fläche und Volumen zwischen 54 und 100 kwh/m²a (Kilowattstunden pro Quadratmeter im Jahr) an Heizenergie verbraucht werden dürfen. Damit ist die Obergrenze vorgegeben, nach unten ist Freiraum für Planer und Architekten. Für das Jahr 2001 plant die Bundesregierung jedoch eine neue Energieeinsparverordnung (EnEV), die das sogenannte Niedrigenergiehaus zum Mindeststandard für Neubauten werden lässt. Ca. 30 % Energieeinsparung zur gegenwärtigen Verordnung wird die neue EnEV vorsehen, die am 29. November 2000 erstmals als Referentenentwurf vorgestellt wurde. Jeder potentielle Bauherr sollte sich frühzeitig mit dieser Thematik vertraut machen.

Alle Baustoffhersteller haben sich seit geraumer Zeit mit dieser Materie befasst, so dass nahezu alle Baustoffe die neuen Anforderungen erfüllen. Wenn nicht, muss eine stärkere Außenwanddämmung vorgesehen werden.

Neuer Trend im Mauerwerksbau

Die Mauerwerksproduzenten haben zahlreiche neue technische Lösungen gefunden, um heutzutage intelligentere Systeme auf der Baustelle einzusetzen. Heute spricht man vom Systembau im Mauerwerksbereich. Was verbirgt sich nun dahinter? Ganz einfach: Der Grad der Vorfertigung hat sich erhöht: Heute wird nicht mehr gemauert, heute wird montiert. Die Steine sind größer geworden, sogar ganze Mauertafeln sind entstanden, die mittels Verlegehilfen bzw. Hebezeugen montiert werden. Nahezu alle Baustoffhersteller haben diesen Weg eingeschlagen. Vorteil für den Bauherrn: Alles geht schneller, er spart Zeit und Geld.

Worauf sollte man beim Erdgeschoss Acht geben?

Tragende Außenwände haben verschiedene Aufgaben zu erfüllen. Neben dem sicheren Ableiten von Eigen- und Verkehrslasten in den Baugrund schützen sie das Haus vor Wärme, Feuchte, Schall und Brand. Sie sind sozusagen die Außenhaut eines Gebäudes. Genau diesen Anforderungen muss sich der Wandbaustoff stellen.

Die Raumhöhen im Erdgeschoss sind vom unterschiedlichen Bodenaufbau (Isolierung, Estrich und Bodenbelag) abhängig. Eine unterschiedliche Nutzung der Räume (Küche, Bad oder Wohnzimmer) erfordert zwangsläufig einen differenzierten Fußbodenaufbau. Demzufolge sollten auch die Mauerhöhen gewählt werden. Der Fußbodenaufbau bestimmt obendrein die Höhe der Fensterstürze und Rollokästen. Es gibt mittlerweile auch tragende Rollladenkästen, so dass auf Fensterstürze verzichtet werden kann. Zur Vermeidung unnötiger Stemmarbeiten, muss bei allen Fenstern und Innentüren auf das lichte Mauermaß geachtet werden. Ebenso sollten Aussparungen für Versorgungsleitungen (Heizung, Leerrohre für Strom und Telefon etc.) nicht vergessen werden.

Bei der Baustoffauswahl sollten Sie von Anfang an daran denken, dass sie sich untereinander vertragen. Besonders in Bereichen, wo unterschiedliche Baumaterialien (Beton, Ziegel etc.) aufeinandertreffen, entstehen leicht so genannte Wärmebrücken (Schimmel- und Sporenbildung möglich), die unbedingt zu vermeiden sind. Hier müssen ansonsten zusätzliche Dämm-Materialien eingebaut werden.

Eine ständige Kontrolle der Arbeiten sorgt für Qualität und zügigen Baufortschritt. Bei den heutigen Steinformaten ist das Erdgeschoss relativ schnell hochgezogen. 36,5 cm dicke Außenwände sorgen bereits für ein behagliches Wohnklima. Haben Sie die richtige Außenwandstärke gewählt, müssen die Wände später bloß noch von innen und außen verputzt werden. Wenn nicht, müssen zusätzliche Dämm-Materialien angebracht werden. Darüber mehr in einem späteren Kapitel.


 

 

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